10.09.2012

Let's rock da boat: Powerhalse auf der PI

Vielleicht sieht's ja durch den Zoom etwas enger aus als es tatsächlich war. Wie auch immer, die Teams bei der Mittwochsregatta haben keinen Meter zu verschenken. Schon gar nicht so kurz vorm Ziel. Wie weit kann man da an der Warnemünder Westmole schnippeln?

Missglückte Halse an der Warnemünder Westmole: der Großbaum blieb dummerweise im Backstag hängen. Die Crew der PI reagiert schnell und schiebt gleich eine Wende hinterher. Alles geht klar - etwas Herzklopfen vielleicht aber keine Verluste - außer ein paar kostbare Rennsekunden und damit der 2. Platz in der gesegelten Tageswertung...  (alle fotos copyright Jens Scholz / cc by RostockSailing.de)  


Der Rostocker Fotograf Jens Scholz stand zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort (nämlich spritzwassergeschützt auf der Mole) und hat ein vergleichsweise aufregendes Manöver eingefangen. Das Ganze im Prinzip ein blitzsauberer (wenn auch unfreiwilliger) "three-sixty" mit einem Kielboot...

Bei der westlichen Annäherung an Warnemünde möchte die lokale und äußerst dynamische Versandungzone vor der Mole bedacht sein (hier sind schon einige hängen geblieben), von den fetten Molenklunkern dahinter mal ganz zu schweigen. Das wissen die regattierenden Locals natürlich auch. Alles klar soweit. Andererseits verlängert jeder zusätzliche Meter Abstand zur Mole auch die Entfernung zum Ziel. Bei der MitReg geht's aber oft genug um Sekunden und damit um jeden Meter. Wie weit kann man also ran?

Insbesondere bei sechs Nummern aus Nordwest eine spannende Frage bzw. Entscheidung, steht doch bei einer Kombination mit dem "roten Kurs" genau vor der Mole noch eine letzte leckere Halse auf dem Speiseplan. Und die muss sitzen, denn viel Platz ist hier wirklich nicht mehr, so knapp vor dem traditionellen Seebahn-Ziel zwischen Mittelmole und grüner Tonne 19. Und wenn genau in diesem Momend irgendwas ungeplantes passiert, sich beispielsweise der Großbaum im Backstag aufhängt ..., aber seht selbst:


Mittwoch 5. September, 17.18 Uhr: Die ersten drei Yachten MAIKO, IMAGINE und PI (FARR 30 / IMX-40 / X99; v.l.n.r.) haben die Mittwochsregatta so gut wie geschafft. Bei etwa 20 Knoten Wind aus NW steht kurz vor der Hafeneinfahrt "nur noch" eine Halse an und dann geht's ab ins Ziel...


Keine 30 Sekunden später, kurz vor der Westmole, wollen bzw. müssen die Crews nochmal halsen. Auf der PI bleibt dabei blöderdings der Großbaum im Backstag hängen...

...keine Chance! Der NW-Wind drückt gnadenlos ins Großsegel; das Schiff schmeißt sich sofort auf die Backe, um zeitnah aus dem Ruder zu laufen...


...und sich gar fürchterlich in Richtung der Molenpackung zu drehen...


...bzw. daran vorbei noch weiter in den Wind zu schießen. Die Crew einigermaßen eingespielt, macht genau das Richtige und geht sofort in die Wende...


Das Manöver klappt einigermaßen und der liebe Gott ...


...scheint noch schnell eine Handbreit Wasser unter den Kiel geworfen zu haben, so dass...


...die Jungs ihre PI gleich wieder freisegeln können...


...und nur der IMX40 noch den Vortritt lassen muss. Es hätte schlimmer kommen können, aber ... 


...alles wird gut und auch die anschließende Halse klappt wie sie ursprünglich gedacht war. Damit ist der "three-sixty"  vollendet und...


... das Ziel wird doch noch geschafft. Einmal durchatmen bitte!
(alle fotos copyright Jens Scholz / cc by RostockSailing.de)  




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Die Ergebnisse der Warnemünder Mittwochsregatta sind auf der WSC-Seite zu finden.

Besten Dank an Jens, dass wir die Bilder hier bringen dürfen. Die Aufnahmen sind wirklich gelungen und deswegen zeigen wir hier gern auch noch - als Bonus-Track sozusagen - drei weitere Fotos vom selben Tag:



...RAPTOR und MAIKO bei NW 6 auf der Ostsee vor Warnemünde 
(alle fotos copyright Jens Scholz / cc by RostockSailing.de)  

1 Kommentar:

  1. Da fehlen die "Hochhalte-Gummis" an den Backstagen...

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