23.01.2012

Ausnahmesport: Kitebuggyfahren in Warnemünde

Wintertemperaturen hin oder her; bei fünf bis sechs Nummern aus Nordwest ist am breiten Warnemünder Strand auch im tiefsten Januar Windsportalarm. Surfer und Kiter gehören dann zum gewohnten Bild. Dagegen sind Kitebuggyfahrer hier eher selten zu sehen.




Bevor gleich die Bedenkenträger den Zeigefinger erheben: Zu weicher Sand und vor allem zu viele Leute am Strand werden Warnemünde kaum zum Mekka der Parakart-Fahrer machen. Somit bleibt die gestrige Session von Stefan und Robert mehr Ausnahme als Regel. Überhaupt ist das Kiten mit dem dreirädrigen Gefährt in Deutschland nicht wirklich weit verbreitet.

Bis zu 80 km/h: Stefan im Kitebuggy
Geeignete Reviere sind rar. Gebraucht werden große freie Flächen, möglichst windexponiert, möglichst weit ab vom Schuss, damit es nicht zu Konflikten oder gar Unfällen kommt.

Doch selbst da wo die Besiedelung dünn wird, fängt i.d.R. gleich der Naturschutz an und so haben es Buggykitefahrer in Deutschland wirklich nicht leicht. Und dennoch gibt es sie, die guten Spots.

Sankt-Peter-Ording ist so ein deutsches Top-Revier. Hier wurde gemeinsam mit der Kommune sogar eine Nutzungsmöglichkeit unter Beachtung strenger Auflagen erarbeitet. Für Deutsche Meisterschaften wird aber auch schon mal auf einen Golfplatz ausgewichen, so der Betreiber denn mitspielt...

Mit Drachenschirm und Ballonreifen
Wenn sie ihr Hobby richtig ausleben wollen, dann zieht es die beiden Jungs aus Rostock und Güstrow eher an die einsamen Strände von Dänemark, wie z.B. auf Rømø oder Fanø.

Übrigens wird das Kitebuggyfahren (genau wie das Blokart) zu den Segelsportarten gezählt. Genau genommen ist es eine Unterart des Kitesailings und gilt als Sonderform des Strandsegelns. Es gibt sogar eine deutsche Klassenvereinigung, die German Parakart Association Kitesailing e.V.. Das Buggy-Fahren ist nur mit Lizenz und unter Beachtung der wichtigsten Grundregeln erlaubt.

Robert im Kitebuggy vorm Teepott
In Warnemünde sind Stefan und Robert an diesem Sonntag mit bis zu 57 km/h über den Strand gerollert. Ein schönes Spektakel auch für die wetterfesten Spaziergänger und Strandbesucher, von denen sich niemand bedrängt fühlen musste. Dafür sind sie Profi genug, denn bevor es irgendwie brenzlig werden könnte, haben die beiden Buggyfahrer schon einen Gang zurückgeschaltet. "Wenn wir sehen, dass vor uns kleine Kinder oder so laufen, geht der Kite sofort nach oben, die Geschwindigkeit runter und man ist bremsbereit", sagt Robert. Rücksichtnahme auf die Mitmenschen und Schonung der Umwelt sind integrale Bestandteile des Buggysports.

In Dänemark war Stefan auch schon mal mit bis zu 80 Stundenkilometer unterwegs. Bei der Geschwindigkeit sollte dann wirklich niemand mehr im Weg stehen...

Kitebuggyfahrer in Warnemünde: Ein schöner Winterspaß für Robert (l.) und Stefan. Dennoch bleibt der Warnemünder Strand eher die Ausnahme - zu weicher Sand und zu viele Leute hier. Die Hochburg der Kitebuggyfahrer leigt an den einsamen Nordseestränden... (alle fotos cc by RostockSailing.de)


Wer grad mal in Warnemünde ist und mehr zum Thema Drachensport erfahren möchte, sollte die Gelegenheit nutzen und mal im Warnemünder Drachenladen "Spirit Of Sky" in der Seestraße zwischenstoppen. Auch Robert und Stefan gehören hier zu den Stammgästen. Interessierte finden professionellen Rat, können u.a. einen Drachen-Kurs belegen und natürlich Drachen in jeder Form, Zubehör bis hin zu Buggies kaufen.


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Geschichte des Kitebuggyfahrens

Angefangen hat alles Anfang der 90er Jahre in Neuseeland. Dort war es Peter Lynn leid, von Drachen auf seinen Füßen über den Strand gezogen zu werden. Außerdem musste er immer wieder zurück gehen. Kurzerhand entwickelte er einen Buggy, dem die heutigen Modelle noch sehr ähnlich sind. Lenkbares Vorderrad, starre Achse, keine Bremse, Gurtsitz. Ein neuer Sport war geboren. Interessanterweise entwickelte sich dieser Sport in Europa wesentlich zügiger als in Amerika. Schon nach wenigen Jahren tummelten sich an den Stränden zahlreiche Gruppen und genossen die neue Freiheit auf drei Rädern.

Wo kann man fahren?

Als ideale Fahrgebiete zeichnen sich die weiten Strände an der Nordsee und dem Atlantik ab. Leider ist nicht überall genug Platz und das Buggyfahren ist nicht überall erlaubt, so dass man sich vorher unbedingt informieren sollte. An den dänischen Stränden auf Rømø und Fanø gibt es inzwischen fest eingerichtete Buggygelände. An diesen Strandabschnitten sind dem Spaß kaum Grenzen gesetzt, außer dass man auf die anderen Nutzer achten muss.

Auch in Deutschland gibt es einige Fahrgebiete, die genutzt werden wie zB. St.Peter-Ording, Borkum oder auch Spiekeroog. Man sollte sich allerding immer erst Informieren wie die Gegebenheiten vor Ort sind. Aber auch auf Wiesen und sogar auf Asphaltplätzen ist das Buggyfahren möglich.

Bei der deutschen Buggyfahrervereinigung GPA könnt Ihr euch informieren, wo das Buggyfahren erlaubt ist und was dabei zu beachten ist. Zum Üben sollte man einen windsicheren Ort, wie an der Küste aufsuchen, wo es genügend Platz für die ersten Versuche gibt.

Weitere Infos auf der GPA-Homepage, bei der Buggyfahrschule SPO oder z.B. auch bei ALIENBUGGY...


Kommentare:

  1. Diese Typen fahren die Spaziergänger über den Haufen und lachen dann noch. Sowas gabs früher nicht. Wo bleibt die Polizei??? Die sehen doch schon so kriminell aus...

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    1. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

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    2. Solche Kommentare zeigen doch eindeutig: Erst denken, dann reden!

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  2. Liebe Leute! Wir freuen uns sehr, wenn Ihr Eure Meinungen auf Rostock Sailing hinterlasst. Beim ersten Kommentar (weiter oben) gehen wir mal ganz stark davon aus, dass er nur ironisch gemeint war! Vielleicht aber auch etwas unglücklich und uneindeutig in der Formulierung. Daher ein paar kurze Gedanken dazu:

    Grundsätzlich soll die Löschung von Beiträgen oder Kommentaren die absolute Ausnahme sein. Dennoch behalten wir sie uns als letztes Mittel ausdrücklich vor, insbesondere wenn beleidigende, bedrohende (verletzende, vulgäre, sexistische, rassistische usw. ...) oder anderweitig unschickliche Inhalte gepostet werden. Das betrifft insbesondere anonym verfasste Kommentare. Wer Manschetten davor hat, Kritik unter seinem Klarnamen zu verfassen, kann ja bitte wenigstens einen Nickname, Kürzel o.ä. benutzen um zumindest ansprechbar zu sein.

    Ansonsten spricht absolut nichts gegen eine offene Diskussion aller hier geposteten Themen bzw. ist sie sogar ausdrücklich gewünscht! Auch kritische Kommentare werden natürlich ihren Platz haben, solange sie bitte sachlich bleiben.

    In diesem Sinne: Weiterposten!

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  3. Ich denke auch, dass das Ironie ist. Obwohl ich schon finde, dass Stefan ganz schön kriminell aussieht ;-)

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  4. Dank an Robert und Stefan....kriminelles Aussehen wird hier klar mit perfekter und vorgeschriebener Schutzkleidung verwechselt. Die beiden fahren mit GPA Nummer, da wäre ein Fahren ohne Helm kein gutes Vorbild. Zu den Gefahren für Fußgänger: Fahrer mit GPA Nummer haben eine Ausbildung und können somit richtig reagieren. Außerdem ist der Strand für alle da und nicht nur für Touris und Spaziergänger.

    Das schreibt einer der dort selber öfter im Buggy unterwegs ist......

    Gruß

    Bernd

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  5. Naja - die "2-Leinenlängen Abstand" also gut 35m zum nächsten Hindernis in Lee sind in Warnemünde wohl völlig illusorisch...
    Zum Buggyfahren ein echt besch.... Spot.. :-(

    ...aber die "Goldbroiler" sind SUPER !! :-P

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